TYPO3 Headless: Ein flexibler Ansatz für die Entwicklung von Webanwendungen
TYPO3 ist ein Open-Source-Content-Management-System (CMS), das es Nutzern ermöglicht, Inhalte für Websites und Anwendungen zu erstellen und zu verwalten. Mit TYPO3 Headless, einem Ansatz für die Nutzung des CMS, können Nutzer noch flexibler arbeiten und Inhalte auf unterschiedliche Weise nutzen.
Der Headless-Ansatz in Kombination mit TYPO3 und anderen Backend-Systemen ist sinnvoll, da er mehr Flexibilität bietet und es ermöglicht, Inhalte in unterschiedlichen Kontexten zu nutzen. Im traditionellen Ansatz ist TYPO3 eine All-in-one-Lösung, die sowohl Frontend als auch Backend verwaltet. Im Headless-Ansatz werden Frontend und Backend jedoch getrennt: TYPO3 wird nur für die Erstellung und Verwaltung von Inhalten verwendet, während die Präsentation und Interaktion mit diesen Inhalten durch eine separate Frontend-Anwendung erfolgt. Dieser Ansatz bietet insbesondere Nutzern Vorteile, die verschiedene Endgeräte und Plattformen nutzen oder Inhalte in unterschiedlichen Kontexten verwenden möchten.
Vorteile des Headless-CMS
- Flexibilität beim Design: Durch die Trennung von Backend- und Frontend-Systemen können Designer und Entwickler frei entscheiden, wie die Website aussehen soll.
- Verkürzte Entwicklungszeit: Durch die parallele Entwicklung von Backend- und Frontend-Systemen kann die Entwicklungszeit verkürzt werden.
- Bessere Skalierbarkeit: Der Headless-Ansatz ermöglicht die Verwendung derselben Inhalte auf verschiedenen Plattformen, was die Skalierbarkeit der Website verbessert.
- Integration mit anderen Systemen: TYPO3 Headless kann nahtlos mit anderen Backend-Systemen wie Salesforce oder HubSpot integriert werden.
- Bessere Benutzererfahrung: Durch die Verwendung einer separaten Frontend-Anwendung können Nutzer eine bessere Benutzererfahrung genießen, da das Design speziell auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten ist.
- Zukunftssicherheit: Da der Headless-Ansatz eine klare Trennung von Backend- und Frontend-Systemen ermöglicht, kann die Website einfacher an zukünftige Technologien und Trends angepasst werden.
Ein Praxisbeispiel: Die Ausgangslage
Im Laufe der Zeit werden in Organisationen häufig unterschiedliche Software-Lösungen für ebenso unterschiedliche Anforderungen eingesetzt. Was gestern gut war, muss heute nicht unbedingt schlecht sein – allerdings werden eingespielte Prozesse oft nicht mehr hinterfragt, wodurch Optimierungspotenzial ungenutzt bleibt. Prozesse werden dadurch nicht einfacher, sondern zunehmend komplexer, und der Überblick geht verloren.
Das betrifft zum Beispiel die Terminverwaltung, die intern in einem Customer-Relationship-Management-System (CRM) abgebildet wird – ein System, das bereits etwas in die Jahre gekommen ist und über keine moderne Web-Schnittstelle verfügt. Eine eigene Anbindung wurde daher extra für die Website programmiert, ein Tool zur Terminvergabe nutzt diese. Zusätzlich wird noch eine separate Microsite in einem anderen CMS betrieben, die ebenfalls eine eigene Terminbuchung einsetzt und dazu eine eigene Anbindung erhalten hat. Ausgesuchte Personen werden über eine entwickelte Schnittstelle aus dem CRM exportiert und vom CMS wieder eingelesen – der Austausch findet dabei über eine simple Textdatei im Backend statt.
Auch bereits bestehende Termine laufen ähnlich: Besucher können Termine bei Mitarbeitenden buchen, doch da das CRM keine eigene Web-Schnittstelle hat, generiert das CMS eine E-Mail, die im Service-Desk aufläuft, dort automatisch eingelesen und per komplexem Scripting in das CRM übertragen wird. Dabei entstehen häufig Fehler, die manuell korrigiert werden müssen und einen erhöhten Kommunikationsbedarf nach sich ziehen – was über die Jahre erhebliche Kosten verursachen kann.
So funktioniert Headless in der Praxis
Eine neue API (Programmierschnittstelle) bildet das zentrale Steuerelement sämtlicher Komponenten. Die zuvor in Reihe geschalteten Systeme (CRM, CMS, Microsite, Mail-Schnittstelle) werden als Data Hubs betrachtet, werden damit zu reinen Content-Zulieferern und benötigen kaum noch eigene Business-Logik.
Die Inhalte der Microsite werden in das Haupt-CMS überführt, ihre eigenständige Pflege wird obsolet. Auch das Haupt-CMS „verliert“ die Terminvergabe und den veralteten Datenimport. Das Frontend der Website wird ebenfalls nicht mehr im bisherigen Sinne benötigt: CMS und CRM liefern ihre Daten ohne Zusatzinformationen zu Layout und Design direkt an die neue API, die die Inhalte mit verschiedenen Ausgabeformaten kombiniert. Erst hier entstehen:
- Website
- Microsite
- Terminbuchung
- Smartphone-App
Die Terminbuchung ist damit wandlungsfähig: Sie kann weiterhin als Tool auf der Website oder Microsite eingebunden sein, aber auch eigenständig als App laufen. Die Datenbasis ist vereinheitlicht und stammt immer aus einer Hand, getrieben durch eine leistungsstarke Schnittstelle. Diese API ist zudem bidirektional aufgebaut, kommuniziert also in beide Richtungen: Besucher können Termine buchen, die automatisch in das CRM laufen. Fehleranfälliges Mail-Scripting und falsch erfasste Termine gehören damit der Vergangenheit an. Letztendlich profitiert man nicht nur von einer Zeiteinsparung – die gesamte Software-Architektur wird zusätzlich zukunftsfest, übersichtlicher und einfacher zu warten.
Fazit
Headless ist nicht DIE Lösung für jeden Anwendungsfall, sondern KANN eine Lösung sein. Entscheidend ist die Prozess- und Datenanalyse im Vorfeld eines Projekts.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Headless-Ansatz für TYPO3 viele Vorteile für die Erstellung einer flexiblen, skalierbaren und benutzerfreundlichen Website bietet. Die Trennung von Backend- und Frontend-Systemen ermöglicht eine größere Flexibilität beim Design und eine verkürzte Entwicklungszeit, während die Integration mit anderen Systemen und die Zukunftssicherheit der Website gewährleistet sind. Wer eine Website erstellen möchte, die über mehrere Plattformen hinweg funktioniert und eine einzigartige Benutzererfahrung bietet, kann mit einem Headless-TYPO3-Ansatz die eigenen Unternehmensprozesse modern und zuverlässig gestalten.