Was ist Duplicate Content?
Im Content Marketing liegt großes Potenzial für Kundengewinnung, Kundenbindung und SEO. Maximal profitieren können jedoch nur diejenigen, die ihren Content präzise auf die eigene Zielgruppe ausrichten und dabei ausschließlich einzigartige Inhalte (Unique Content) bieten.
Werden dieselben Texte mehrfach verwendet, spricht man von Duplicate Content bzw. doppelten Inhalten – Inhalten, die genauso oder sehr ähnlich bereits an anderer Stelle der eigenen Website oder generell im Netz veröffentlicht wurden. Das kann auf mehreren Ebenen zu Problemen führen: Zum einen drohen juristische Schwierigkeiten, etwa wenn Texte von Mitbewerbern per Copy & Paste übernommen werden. Zum anderen bewertet Google Duplicate Content negativ, sodass das Website-Ranking leiden kann – sowohl bei intern mehrfach verwendeten als auch bei extern kopierten Inhalten. Und schließlich achten auch (potenzielle) Kunden genau auf doppelte Inhalte, was kein gutes Licht auf das jeweilige Unternehmen wirft.
Aus welchen Gründen entsteht Duplicate Content?
Grundsätzlich spricht man von internem und externem Duplicate Content. Interne doppelte Inhalte erscheinen auf mehreren Webseiten oder Social-Media-Präsenzen desselben Urhebers, externer Duplicate Content wird von unabhängig voneinander agierenden Internetpräsenzen verwendet. Vorsätzlich unrechtmäßig kopierter Inhalt macht dabei nur einen Teil der Gründe aus – viele Entstehungsprozesse geschehen unbewusst.
So entsteht interner Duplicate Content
- Praktische Gründe: Eine allgemeine Firmenbeschreibung wird auf mehreren Seiten einer Website verwendet.
- Doppeldomain: Eine Website ist über mehrere Domains erreichbar, etwa eine verschlüsselte und eine unverschlüsselte Version.
- Speziell optimierte Seiten: Druckoptimierte oder mobile Seiten mit identischen Inhalten zur Hauptseite.
- Verschiedene Website-Länderversionen: Eine Mischform aus intern und extern, wenn Länderversionen großteils identische Inhalte teilen.
So entsteht externer Duplicate Content
- Kooperation: Blog-Beiträge oder Social-Media-Posts werden im Rahmen einer Kooperation von einem Partner übernommen.
- Website-Umzug: Bei einem Relaunch bleibt die alte Domain mit denselben Inhalten weiterhin erreichbar.
- Unrechtmäßig kopierte Inhalte: Gut rankender Content wird von Mitbewerbern kopiert und für andere Websites verwendet.
Welche Arten von Duplicate Content gibt es? – Teil 1
Unrechtmäßiges Copy & Paste
Guter Content wird schnell per Copy & Paste von anderen Seiten übernommen – sei es in der Annahme, das SEO-Potenzial des Textes einfach mitübertragen zu können, oder aus Bequemlichkeit. Google verhängt zwar keine Penalty, das Website-Ranking leidet dennoch nachhaltig, hinzu kommen mögliche juristische Konsequenzen. Klar gekennzeichnete Zitate zählen übrigens nicht als Duplicate Content.
Doppelter Produkttext bei ähnlichen Artikeln
In Onlineshops gibt es häufig sehr ähnliche Produkte – etwa identische Modeartikel in verschiedenen Farben oder Werkzeuge unterschiedlicher Marken mit identischer Funktion, die bis auf den Markennamen dieselbe Beschreibung erhalten. Das kann im Einzelfall unproblematisch sein, summiert sich aber häufig und schwächt das Ranking erheblich.
Nicht durchdachte Domain-Strukturen
Der undifferenzierte Umgang mit Domains führt häufig zu Duplicate Content, da Google einzelne Domains jeweils separat bewertet. Typisch betroffen sind Seiten, die über mehrere Adressen erreichbar sind – etwa eine Lang- und eine Kurzschreibweise, mit und ohne www., mit und ohne HTTPS oder mit zusätzlichen Session-IDs in der URL.
Mehrere Domains
Mehrere Domains werden oft genutzt, um mehrsprachig bzw. international besser erreichbar zu sein – ein Ansatz, der durchaus mehr Sichtbarkeit erzielen kann. Werden dabei aber einfach identische Inhalte für mehrere Seiten übernommen, kehrt sich der Effekt um.
Welche Arten von Duplicate Content gibt es? – Teil 2
Verschiedene Sprachen
Die Verwendung unterschiedlicher Sprachen ist grundsätzlich unproblematisch – Suchmaschinen übersetzen Texte nicht, um Doppelungen zu erkennen. Problematisch kann es aber werden, wenn eine Seite in mehreren Sprachversionen auf demselben Suchmarkt ausgespielt wird, etwa wenn deutsch- und englischsprachige Inhalte gleichermaßen in Deutschland berücksichtigt werden sollen.
Automatisierte News
Mit speziellen Tools, die Schnittstellen zwischen Websites und News-Tickern schaffen, lassen sich Neuigkeiten anderer Seiten eins zu eins auf der eigenen Website wiedergeben. Solche Taktiken sind seit Jahren als problematisch bekannt, werden aber weiterhin genutzt.
Mobile Webseiten
Anstatt Responsive-Webdesign zu verwenden, werden manchmal separate mobile Webseiten mit eigener URL, aber identischem Content zur Desktop-Seite erstellt. Wird Google dabei nicht explizit über die zusätzliche Mobilseite informiert, entsteht Duplicate Content.
Druck- und PDF-Dateien
Werden Druckansichten ohne Weiteres auf einer neuen URL bereitgestellt, handelt es sich um Duplicate Content. Bei PDF-Dateien mit identischen Inhalten zu einer HTML-Seite gehen die Meinungen unter SEO-Experten auseinander – Google crawlt und stuft diese aber ebenfalls entsprechend ein.
Wie findet man Duplicate Content zuverlässig?
- Google: Prägnante Sätze oder längere Textausschnitte in Anführungszeichen in die Google-Suche eingeben – bei mehreren Treffern liegt Duplicate Content vor.
- Tools für internen Duplicate Content: Duplicate-Content-Checker crawlen die eigene Website ähnlich wie Google. Ein empfehlenswerter Vertreter ist Siteliner.
- Tools für externen Duplicate Content: Spezialisierte Tools wie Sistrix oder Copyscape liefern umfangreiche Berichte, mit denen sich eventuell doppelte Inhalte überprüfen lassen.
Wie vermeidet man Duplicate Content von vornherein?
- Up to date bleiben: Wer sich regelmäßig mit den aktualisierten Regeln der großen Suchmaschinen befasst, läuft weniger Gefahr, Duplicate Content zu schalten.
- Keine Texte mehrfach nutzen oder Inhalte kopieren: Texte sollten stets unique produziert werden. Doppelter Produkttext im Onlineshop lässt sich vermeiden, indem sehr ähnliche Waren einer Marke auf einer Seite gebündelt werden.
- Korrekte SEO-Einstellungen in der Search Console: Hier lassen sich Crawling-Regeln festlegen, etwa um das Crawlen von PDFs mit offensichtlich doppeltem Inhalt zu verbieten.
- Sprache einstellen (hreflang): hreflang gibt Google vor, spezifische Sprachversionen im korrekten Land zu indexieren.
- Domainregeln beachten: Idealerweise ist nur eine Domain mit einer Webseite verbunden – ist eine Seite z. B. mit und ohne www. erreichbar, sollte eine Variante auf die andere umgeleitet werden.
- 301-Weiterleitung: Nach einem Domainumzug führt eine 301-Weiterleitung Besucher zielsicher zur neuen Seite und vermeidet negative SEO durch Fehlerseiten.
- noindex: Über die Meta-Tags kann Google angewiesen werden, bestimmte Seiten nicht zu indexieren – wichtig ist, sie dabei trotzdem auf „follow“ zu lassen.
- Canonical-Tag: Funktioniert ähnlich wie noindex, mit dem Unterschied, dass Google die Seite trotzdem indexiert.
Fazit
Duplicate Content bricht Websites, wenn er nicht in rauen Mengen genutzt wird, in Bezug auf die SEO nicht gleich das Genick – besonders bei kleineren Snippets und Teasern lassen sich sehr ähnliche Inhalte kaum vermeiden. Fest steht aber, dass Unique Content ein wichtiges und weiter an Relevanz gewinnendes Puzzleteil der SEO sowie der Kundengewinnung und -bindung ist und von Suchmaschinen wie Kunden klar bevorzugt wird. Wer maximal profitieren möchte, sollte daher jede Strategie zur Vermeidung doppelter Inhalte nutzen – Content unrechtmäßig von anderen Urhebern zu übernehmen, bleibt dabei ein absolutes No-Go.