Marketing nach Altersgruppen: Warum die Generation zählt
Modernes, wirklich effektives Online-Marketing rückt die jeweilige Zielgruppe stets in den Fokus – dieses Must-have ist bei zahlreichen Unternehmen angekommen. Dabei gehen jedoch nur die wenigsten präzise auf die einzelnen Altersgruppen ihrer Zielkunden und die generationsspezifischen Erwartungen ein.
Waren oder Dienstleistungen sind häufig für mehrere Generationen – X, Y, Z, Alpha, Babyboomer – gleichzeitig interessant. Unternehmen, die die unterschiedlichen Voraussetzungen der Generationen in einem differenzierten Marketing nach Altersgruppen vollumfänglich berücksichtigen, können (potenziellen) Kunden präzise zu den jeweiligen Bedarfen passende Mehrwerte liefern und sich damit eine Alleinstellung sichern – mit Stärkung des Expertenstatus, mehr Vertrauen und sichereren Wiederkäufen als Folge.
Babyboomer, X, Millennials, Z und Alpha – die Generationen im Überblick
Bevor das Marketing nach Altersgruppen angegangen werden kann, sollten die einzelnen Generationen korrekt eingeordnet werden – so lässt sich mit den vorliegenden Kundendaten abgleichen, welche Alterskreise mit welchen Voraussetzungen anzusteuern sind.
Babyboomer (geboren 1946–1964)
Aufgewachsen ohne moderne Technologien, geprägt von Nachkriegszeit und Wirtschaftswunder.
Generation X (geboren 1965–1980)
Aufgewachsen in einer Überflussgesellschaft, schon früh Kontakt mit Computern und Fernsehen, starker Werbeeinfluss und kritisches Konsumverhalten, oft individualistische Lebenshaltung.
Gen Y – Millennials (geboren 1980–1996)
Mit modernen Technologien wie Computerspielen, Internet und Handys aufgewachsen, eigenständig, selbstbestimmt und kritisch, optimistisch, aber teilweise orientierungslos.
Generation Z (geboren 1996–2010)
Stetig gefördert und zur Selbstentfaltung bekräftigt, mit modernen Technologien und sozialen Netzwerken aufgewachsen, komplette Digital Natives, gewohnt an optimalen Informationsfluss, starker Nachhaltigkeitsgedanke.
Generation Alpha (geboren ab 2010)
Aufgewachsen in einer stark digitalisierten Welt, komplett digital vernetzt und vertraut mit Technologien wie Sprachsteuerung oder KI, Toleranz, Gleichberechtigung und Nachhaltigkeit spielen eine wichtige Rolle, Begeisterung für Innovationen.
Digital Natives und Social-Media-Neulinge
Was sind Digital Natives?
Als Digital Natives werden Personen bezeichnet, die seit ihrer Kindheit in Kontakt mit modernen Informationstechnologien stehen und praktisch mit ihnen aufgewachsen sind – vor allem Personen der Generation Z und Generation Alpha, aber auch Teile der Gen Y. Die größte Marketing-Zielgruppe der Digital Natives besteht heute aus Personen der Generation Z: Sie ist an schnelle Kommunikation und prompt bereitstehendes Online-Wissen gewöhnt und entsprechend empfänglich für neue Angebote, wenn der Content diese Voraussetzungen erfüllt.
Wer sind die Social-Media-Neulinge?
Die Babyboomer haben Kindheit und Jugend großten Teils ohne moderne Technologien verbracht, nutzen inzwischen aber zunehmend die Möglichkeiten der digitalen Welt. Waren die Nutzerzahlen sozialer Medien in dieser Generation zu Beginn des Web 2.0 noch gering, sind in den vergangenen Jahren immer mehr Boomer auf den Geschmack gekommen – heute bilden sie gerade im Social-Media-Bereich eine wichtige Kategorie für Marketing nach Altersgruppen mit viel Potenzial.
Wo liegen die unterschiedlichen Touchpoints?
Babyboomer
Traditionelle Touchpoints stehen im Vordergrund – Print, Radio, Fernsehen und Außenwerbung. Zunehmend nutzt aber auch diese Generation das Netz und ist insbesondere per Google und Facebook erreichbar.
Generation X
Bereits in der Jugend Kontakt mit Computern und Videospielen, bevorzugt qualitativ hochwertigen, mehrwerthaltigen Content und zeigt deutliche Anzeichen von Werbeblindheit. Typische Touchpoints sind Websites, Blogs und Social Media – insbesondere Facebook und YouTube.
Generation Y
Technikaffin, nutzt moderne Medien und Kanäle wie Smartphones und Social-Media sowohl privat als auch beruflich, stark mobil unterwegs. Unternehmens-Websites und interaktionsstarke soziale Medien sind wichtige Touchpoints.
Generation Z
Mit YouTube, Snapchat, Instagram und Co. aufgewachsen, sehr online-versiert. Die wichtigsten Touchpoints liegen in allen erdenklichen digitalen Kanälen; erfolgreich sind vor allem Marketing-Formen, die diese Generation direkt einbeziehen und fordern.
Generation Alpha
Erlebt den digitalen und technologischen Wandel als selbstverständlich – soziale Netzwerke, ein interaktives Web sowie künstliche Intelligenz und Spracherkennung sind für sie normal und werden auch bei Touchpoints entsprechend erwartet.
Erwartungen und Verhalten auf den einzelnen Kanälen
Soziale Netzwerke werden bei den heute 14- bis 29-Jährigen – also Generation Y und Z – besonders stark genutzt. Ab 40 Jahren fällt die Nutzung deutlich ab, dennoch steigen die Nutzerzahlen auch bei Generation X und den Babyboomern kontinuierlich. Digital Natives nutzen soziale Medien stärker hedonistisch-egoistisch geprägt – Spaß, Action und Selbstverwirklichung, aber auch kritisches Bewusstsein für Nachhaltigkeit. Babyboomer halten dagegen eher konservativ-traditionelle Ansichten hoch, mit ausgeprägtem Sicherheits- und Statusbedürfnis, und nutzen das soziale Web vorwiegend zur gezielten Informationssuche.
Babyboomer erwarten in der digitalen Welt vor allem Fakten, die bei der Lösung eines Problems weiterhelfen – mehr als 60 Prozent nutzen inzwischen regelmäßig Facebook. Generation X bewegt sich besonders werbekritisch im Netz und sucht weniger Unterhaltung als wirklich hilfreiche Inhalte. Generation Y ist teilweise orientierungslos zwischen digitaler und analoger Welt, wünscht sich Content, der ihren Werten entspricht, und legt Wert auf Transparenz, Authentizität und persönliche Interaktion. Generation Z bewegt sich bewusst online und nutzt das Potenzial der digitalen Welt gezielt aus – ein Verhalten, das bei Generation Alpha noch ausgeprägter ist, da für sie Digitalität in all ihren Facetten selbstverständlich ist.
Wie erreicht man die Generationen konkret?
Babyboomer und Generation X sind heute ähnlich erreichbar: Websites, Blogs und Onlineshops, die per Google gut zu finden sind, werden von beiden Gruppen gerne genutzt. Babyboomer beurteilen soziale Netzwerke dabei weniger kritisch als Y und Z und möchten schnell an hilfreiche Informationen gelangen – informativer, detaillierter und sachlicher Content ist hier gefragt. Bei Generation X spielen zunehmend auch Business-Netzwerke wie LinkedIn oder Xing eine Rolle, etwa für Marketing, das sich an Akademiker, Experten oder Manager richtet; Informationen sollten gut belegt und geprüft sein, da diese Generation überaus kritisch ist.
Bei Generation Y kommen kurze, visuell eindrucksvolle Inhalte mit einer aussagekräftigen Story besonders gut an, ebenso Content von Influencern. Dazu eignen sich vor allem YouTube und Facebook, und persönliche, individuell ausgerichtete Ansprache überzeugt diese Altersgruppe besonders. Generation Z ist stark auf Instagram, Snapchat und YouTube aktiv, Influencer haben hohes Ansehen, und authentische, schnell aufzunehmende, visuell starke und sinnstiftende Inhalte erreichen diese Generation am besten – umständliche Kommunikationsformen sind dagegen verpönt, ein persönlicher Austausch auf Augenhöhe wichtig.
Wie erreicht man schon heute die Generation Alpha?
Auch wenn ein Großteil der Generation Alpha noch Kinder sind, lohnt es sich bereits jetzt, sich im Marketing auf sie einzustellen. Für diese Altersgruppe sind digitale Medien und vor allem Social-Media normale Bestandteile des Alltags – erreichbar ist der bereits geborene Teil vor allem über Instagram, YouTube, Snapchat oder TikTok. Wichtig ist, neue Social-Networks im Blick zu behalten, Botschaften klar und einfach, aber detailliert zu halten und transparente Inhalte zu bieten, die die Zielgruppe wirklich weiterbringen.
Fazit
Die unterschiedlichen Altersgruppen der eigenen Zielkunden im Marketing zu berücksichtigen, bedeutet zweifelsohne einen deutlichen Mehraufwand. Dieser lohnt sich jedoch, da ein solches Vorgehen idealerweise zu einer erheblich erhöhten Reichweite und einer differenzierteren Kundengewinnung sowie -bindung führt – das Marketing wird dadurch ganzheitlicher. In hart umkämpften Märkten kann dies überlebenswichtig sein; aber auch in Nischen oder Branchen, in denen Marketing bislang eher stiefmütterlich behandelt wird, lässt sich die eigene Alleinstellung so mitunter deutlich ausbauen.